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Balkonteich anlegen: Die acht Fragen, die vor dem ersten Liter zählen

Gewicht und Statik, Mieterrechte, das passende leichte Gefäß, Zwergpflanzen, Mücken und Winter: alles, was ein Miniteich auf dem Balkon braucht.

Balkonteich in der Zinkwanne mit Zwergseerose
Balkonteich in der Zinkwanne mit ZwergseeroseAbb. 1

Ein Balkonteich ist ein Miniteich mit einer Besonderheit: Unter dem kleinen Teich liegt keine Erde, sondern eine Betonplatte, die eine Grenze hat. Wer diese Grenze kennt und ein Gefäß mit 40 bis 80 Litern wählt, bekommt auf zwei Quadratmetern einen Miniteich und ein kleines natürliches Biotop, das Libellen, Wildbienen und Vögel innerhalb weniger Tage entdecken. Die acht Fragen, die Balkonbesitzer uns am häufigsten stellen, beantwortet dieser Ratgeber in der Reihenfolge, in der sie beim Anlegen des Miniteichs anfallen. Wer die Antworten kennt, hat den kleinen Teich an einem Nachmittag fertig, ganz ohne Werkzeug.

1Wie viel Gewicht hält mein Balkon aus?

Die wichtigste Frage zuerst, denn sie entscheidet über die Wahl des Gefäßes und die Höhe des Wasserstands. Balkone in Neubauten sind für eine Nutzlast von 400 Kilogramm je Quadratmeter ausgelegt, Balkone in Altbauten oft nur für 200 bis 350. Ein Balkonteich mit 60 Litern Wasser wiegt mit Gefäß, Kies und Pflanzen rund 90 Kilogramm; das ist auf einem Quadratmeter weniger als zwei Erwachsene und für jeden intakten Balkon unkritisch. Ab 100 Litern lohnt ein Blick in die Statik, bei Vorkriegsbauten, Holzbalkonen und sichtbaren Rissen immer. Stellen Sie den Teich an die Hauswand, wo die Platte am stärksten ist, und nie an die Brüstung.

Infografik: Balkonteich und Gewicht, Wasser, Gefäß und Pflanzen im Vergleich zur Nutzlast des Balkons
So viel wiegt ein Balkonteich: 60 Liter Wasser plus Gefäß und Kies bleiben unter 100 Kilogramm.

2Darf ich als Mieter einen Balkonteich anlegen?

Ein frei stehendes Gefäß ist wie ein Pflanzkübel und erlaubt; am besten gilt der kleine Teich rechtlich als Balkonpflanze mit Wasser. Entscheidend ist, dass nichts am Balkon verändert wird und kein Wasser nach unten läuft. Ein Untersetzer oder eine Gummimatte unter dem Gefäß schützt den Belag und den Nachbarn darunter. Bei Gefäßen über 100 Litern sollten Sie den Vermieter schriftlich fragen; das ist keine Pflicht, spart aber Ärger, wenn die Hausverwaltung die Statik prüfen lassen will.

3Welches Gefäß eignet sich für den Balkonteich?

Leicht, wasserdicht, frostfest, mindestens 30 Zentimeter tief. Das schließt einiges aus, was im Garten für den Miniteich üblich ist; ein undichtes Gefäß lässt sich einfach mit einem Stück Teichfolie auskleiden, die Teichfolie wird dann über den Rand geklappt und mit Kies beschwert:

Gefäß Volumen Leergewicht Eignung für den Balkon
Kunststoffschale oder Mörtelkübel 40 bis 90 l 2 bis 4 kg sehr gut, leicht und günstig
Zinkwanne 40 bis 80 l 4 bis 7 kg gut, heizt sich in der Sonne auf
Holzfass, halbiert 100 bis 150 l 15 bis 25 kg nur nach Statikprüfung
Keramikschale 30 bis 60 l 10 bis 20 kg mäßig, schwer und frostempfindlich
Kleines Fertigbecken 80 bis 150 l 5 bis 8 kg gut, braucht einen Rahmen

Die Kunststoffschale gewinnt auf dem Balkon, weil das Leergewicht kaum zählt und sie sich schnell und einfach einsetzen lässt. Am besten eignen sich dunkle Schalen, in denen das Wasser tiefer wirkt. Wer die Optik der Zinkwanne möchte, wählt eine flache, ovale Wanne und lässt die tiefe Waschwanne im Garten.

4Wo sollte der Balkonteich stehen: Sonne oder Schatten?

Halbschatten, wie bei jedem Miniteich. Ein Südbalkon ohne Schatten heizt 60 Liter Wasser bis Mittag auf 30 Grad, dann sterben Unterwasserpflanzen ab, geben Nährstoffe frei, und Algen übernehmen den Teich. Ideal sind Ost- oder Westbalkone mit vier bis sechs Stunden Sonne oder ein Platz unter der Markise. Auf dem Südbalkon hilft ein Sonnensegel oder ein größeres Gefäß, das langsamer warm wird. Ein Nordbalkon eignet sich nur mit schattenverträglichen Pflanzen wie Sumpfvergissmeinnicht und Tannenwedel.

5Welche Pflanzen passen in den Balkonteich?

Die passenden Teichpflanzen für den Miniteich sind Zwergformen, in Pflanzkörben mit Teichsubstrat und Kies obenauf, drei bis vier Pflanzen je 50 Liter, genau wie beim Miniteich im Garten. Vor dem Bepflanzen fünf Zentimeter Kies auf den Boden, dann die Körbe auf Ziegel stellen und das Gefäß langsam mit Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser befüllen. Eine bewährte Mischung für eine Schale mit 60 Litern:

  • eine Zwergseerose, etwa Nymphaea „Pygmaea Helvola“, für die Schwimmblattdecke,
  • ein Zwergrohrkolben oder eine Zwergbinse als aufrechte Pflanze auf einer Stufe aus Ziegeln,
  • Hornkraut oder Wasserpest als Unterwasserpflanze, die Sauerstoff produziert und Nährstoffe zieht,
  • eine Handvoll Froschbiss als Schwimmpflanze für den Schatten.

Mehr als 60 Prozent der Wasseroberfläche sollten frei bleiben. Teichpflanzen für den Balkon kaufen Sie im Teichhandel oder in der Wasserpflanzenabteilung des Baumarkts; Aquarienpflanzen vertragen die kalten Nächte nicht. Seerosen brauchen Sonne, alle anderen Wasserpflanzen sind mit Halbschatten zufrieden.

Balkonteich in einer leichten Kunststoffschale mit Zwergseerose, Binse und Landestein für Insekten
Leichte Schale, drei Pflanzen, ein flacher Stein als Landeplatz: mehr braucht ein Balkonteich nicht.

6Braucht der Balkonteich eine Pumpe?

Nein, ein kleiner Miniteich kommt ohne Pumpe aus, wenn die Teichpflanzen die Nährstoffe binden, aber ein wenig Bewegung hilft. Ein Solar-Wasserspiel für 20 bis 40 Euro, das ohne Kabel auskommt, hält die Oberfläche in Bewegung und die Mückenlarven fern. Wer keine Pumpe möchte, setzt auf Unterwasserpflanzen für den Sauerstoff und schöpft Mückenlarven mit einem feinen Sieb ab. Ein flacher Stein, der aus dem Wasser ragt, ist dagegen Pflicht: Er ist Landeplatz und Ausstieg für Insekten. Der NABU weist darauf hin, dass es im Sommer gerade in der Stadt für Vögel und Insekten schwer ist, Wasser zu finden, und dass Wildbienen und Schwebfliegen auf der Suche nach Nahrung einige hundert Meter weit fliegen (NABU: So hilft der Balkon den Tieren in der Stadt). Ein Balkonteich im dritten Stock wird also gefunden.

7Können Fische im Balkonteich leben?

Nein. Selbst kleine Fische wie Moderlieschen brauchen 300 Liter, stabile Temperaturen und ein Winterquartier. In 60 Litern auf dem Balkon schwankt die Temperatur an einem Sommertag um zehn Grad. Wer Leben im Wasser sehen will, wartet auf Libellenlarven, Wasserläufer und Rückenschwimmer, die von selbst kommen, oder setzt zwei Posthornschnecken ein, die Algen abweiden. Vögel nutzen den Miniteich als Tränke, wenn ein flacher Stein am Rand liegt.

8Wie kommt der Balkonteich durch den Winter?

Ein frei stehendes Gefäß friert auf dem Balkon komplett durch. Im Oktober die Pflanzkörbe herausnehmen und in einem Eimer Wasser im Keller oder Treppenhaus überwintern, das Wasser ablassen, das Gefäß trocken lagern. Frostfeste Kunststoffschalen dürfen gefüllt draußen bleiben, wenn ein Stück Styropor auf dem Wasser schwimmt und den Eisdruck aufnimmt; die Seerose übersteht das in 40 Zentimetern Tiefe. Im April geht der Miniteich auf dem Balkon mit frischem Wasser wieder in Betrieb, zwei Stunden Aufbau, wie beim Miniteich im Garten.

9Kurz zusammengefasst

Ein Balkonteich braucht ein leichtes Gefäß mit 40 bis 80 Litern, einen halbschattigen Platz an der Hauswand, drei bis vier Zwergpflanzen in Körben, Kies und einen Landestein. Wichtig ist das Gewicht, alles andere ist beim Miniteich auf dem Balkon einfach. Gewicht unter 100 Kilogramm, Vermieter bei großen Gefäßen fragen, Pflanzen im Winter in den Keller. Kosten: 60 bis 120 Euro, Zeit: ein Nachmittag.

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Autor: Teich-ProfiZuletzt geprüft: